1925 Die weitere innere und äußere Entwicklung verantwortungsvoll einschätzend, entschließt sich die Gemeinde zu einem Grundstückskauf für die Gemeindearbeit in Hamme.
Auch in Gladbeck wird ein günstig gelegenes Grundstück für die Gemeinde erworben.

Pastor Otto Menge1926 Die Gemeindestation Gladbeck, unter der Leitung von Prediger Otto Menge, wird mit 142 Gliedern Ende des Jahres zu einer selbständigen Gemeinde.
Die Grundstücksangelegenheit in Hamme wird durch ein anderes Angebot - an der Hofsteder Straße - endgültig geklärt: Die Gemeinde kauft das weiträumige Grundstück mit dem Wohnhaus an der Hofsteder Str. und verkauft das vorher erworbene an der Herner Straße etwa zwei Jahre später.
Zur Gesamtgemeinde Bochum zählen unterdessen 612 Mitglieder.

Pastor Fleischer1928 Prediger Fleischer kehrt wieder nach Rumänien zurück, um der deutschen Gemeinde in Bukarest zu dienen. Sein Nachfolger wird Prediger Eltje Janssen aus Chemnitz. Schwester Emma Marx beendet in Bochum ihren Dienst.


1929
In Hamme, im Haus an der Hofsteder Straße, beginnen regelmäßige Sonntagsversammlungen.

1930 Die Gemeinde erlebt in diesem Jahr die Taufe von 70 Gläubiggewordenen. Das innerlich und äußerlich engagierte Beten um Errettung von Menschen hat die Gemeinde erfasst.

1931 Nachdem in Wattenscheid bereits seit 1899 in verschiedenen Privathäusern Versammlungen stattgefunden haben, mietet die Gemeinde von der Zeche Zentrum einen größeren Saal.

1933 Die politischen Umwälzungen wirken sich auf die Gemeindestruktur aus. Der Gemeindeprediger hat als Gemeindeleiter eine vermehrte Öffentlichkeitsverantwortung. Das interne Gemeindeleben kann sich weiterhin am biblischen Evangelium orientieren. 54 Menschen werden durch die Taufe aufgenommen.

1934 Dieses Jahr ist das Jubiläumsjahr des deutschen Baptismus - 1834 erste Gemeindegründung in Hamburg - mit dem denkwürdigen Weltkongress in Berlin.
Der Gemischte Chor unserer Gemeinde feiert sein 50-jähriges Bestehen.
Die Stationsarbeit in Langendreer-Werne, die sich 1920 der Gemeinde Witten angeschlossen hatte, wird wieder unserer Bochumer Gemeinde angegliedert.

1935 Prediger Dr. Johannes Mundhenk wird von der Gemeinde als ihr zweiter Prediger berufen, mit dem dienstlichen Schwerpunkt in Hamme. Die Versammlungen in Hamme werden nun, parallel zu denen in der Hermannshöhe, auf den Sonntagnachmittag gelegt, so dass sich die zukünftige Verselbständigung dieser Gemeindestation bereits abzeichnet. Mitgliederzahl der Gesamtgemeinde: 840.

1936 Am Jahresanfang wird der Männerchor unserer Gemeinde gegründet, der nach etlicher Zeit in den Gottesdiensten und bei missionarischen Einsätzen zum Aufbau des Gemeindewerkes mitwirkt.

1937 Die 1907 selbständig gewordene Gemeinde Weitmar kehrt zur Hermannshöhe zurück, bis 1948 ihre erneute Selbständigkeit erfolgt. Es erweist sich als notwendig, daß 73 Glieder der Gemeinde Wanne-Eickel (bis 1941) der Gemeinde Bochum angeschlossen werden.

1938 Diese eben geschilderten Zugänge tragen dazu bei, dass die Gesamtmitgliederzahl auf rund 900 anwächst. Daher ist man gern bereit, die zur selbständigen Gemeinde herangereifte Arbeit in Hamme mit 190 Gliedern zu entlassen (Juli 1938).

1939 Der Zweite Weltkrieg macht sich in der Gemeindearbeit empfindlich bemerkbar. Auch die politische Radikalität wirkt sich aus (Verbot kirchlicher Wohlfahrtspflege und des Gemeindebüchertisches, Einschränkung der Zeitschriften des Bundes und ihre Zensur, Luftschutzeinrichtungen, Verdunklungen).

Pastor Eltje Janssen1941 Auf der außerordentlichen Bundeskonferenz in Berlin wird der Zusammenschluß mit dem BfC (Bund freikirchlicher Christen) und zugleich die Namensänderung unseres Bundes und der ihm zugeordneten Gemeinden beschlossen; vorher: „Bund der Baptistengemeinden in Deutschland", jetzt: „Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland".
Eine BfC-Gemeinde, die in der Alsenstraße zusammenkommt, schließt sich dadurch auch unserem Bund an. Sie besteht bis zur Ausbombung ihres Versammlungshauses 1944. Danach finden einige ihrer Mitglieder ganz zur Hermannshöhe.
Aus der strukturellen Änderung unseres Bundes ergibt sich auch die schon früher erwogene Teilung der „Rheinisch-Westfälischen Vereinigung" in eine „Rheinische" und „Westfälische". Die erste Konferenz der nun neugebildeten „Westfälischen Vereinigung" findet in unserer Immanuelskirche statt; der erste Vereinigungsleiter ist Prediger Janssen.
Die Mitgliederzahl der Gesamtgemeinde beträgt jetzt 680 (zur Hermannshöhe gehören 413 Glieder).

1943 Bereits im Mai und vermehrt in der Nacht zum Pfingstsonntag fallen die ersten Brandbomben auf unser Gemeindehaus, können jedoch durch den mutigen Einsatz von Prediger Janssen und Kastellan Staschullo gelöscht werden. Nur noch etwa 180 der Gemeindeglieder sind in Bochum anwesend. In dieser äußerst notvollen Zeit wird der Dienst des langjährigen Gemeindepredigers Janssen, der mit dem in Bochum verbliebenen Rest der Gemeinde ausharrt, hoch geschätzt. Der Bärendorfer Gemeindesaal fällt im September den Bomben zum Opfer.

1944 Trotz der Notsituation soll am 5. November das 70-jährige Bestehen der Gemeinde gefeiert werden. Doch in der Nacht davor, als der schwerste Luftangriff unsere Stadt heimsucht, wird unsere Immanuelskirche total zerstört. Mit der Evangelischen Kirche in Altenbochum kann die Benutzung ihres Kindergartensaals für die Sonntagsnachmittagsversammlungen vereinbart werden; im folgenden Sommer steht auch die Kirche zur Verfügung.

Baracke Hermannshöhe1945 Nach der Kapitulation im Mai kehren evakuierte Gemeindeglieder in unsere Stadt zurück, Flüchtlinge aus den Ostgebieten stoßen dazu. Zum 1. Advent wird auf unserem „Trümmergrundstück" eine schlichte Baracke als neuer Versammlungsraum der Gemeinde „eingeweiht". Die Nahrungsmittel- und Bekleidungsnot wird durch die inzwischen organisierte „Bruderhilfe" unseres Bundes aufgrund großzügiger Hilfsaktionen der amerikanischen Glaubensgeschwister gemildert.

1947 Die Gemeinde Bärendorf (heute: Bochum-West) erlangt mit etwa 70 Gliedern die Selbständigkeit. Prediger Eltje Janssen tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Prediger Kurt Rodemann aus Kamp-Lintfort.

1948 Für einen geplanten Wiederaufbau der Kapelle bedeutet die Entscheidung der Stadtverwaltung, unser Grundstück in den Bahnhofsneubau nicht einzubeziehen, eine große Erleichterung und zugleich die Ermutigung, die Neubaupläne voranzutreiben. Unvergeßlich bleibt das willige Arbeiten und Aufräumen auf unserem Trümmergrundstück durch viele Hände unserer Geschwister!
Eine großangelegte drei Wochen dauernde Bundeszeltmission im Herbst ergibt viele Bekehrungen und 20 Taufmeldungen. Die Mitgliederzahl einschließlich Wattenscheid und Langendreer beträgt 524.

1949 Die Baubehörde erteilt für den durch Architekt Kaulfuß entworfenen Plan zum Bau eines neuen Gemeindehauses die Genehmigung; vorerst geht es um einen ersten Bauabschnitt zur Errichtung eines im Erdgeschoss gelegenen Saals mit etwa 500 Sitzplätzen.
In einem schlichten Rahmen wird das 75-jährige Gemeindejubiläum, mit Dank für Gottes Treue in guten und bösen Tagen, gefeiert.

Immanuelskirche 19511951 Am 30. September wird der erste vollendete Bauabschnitt der neuen Immanuelskirche feierlich seiner Bestimmung übergeben.

1952 Die Gemeindestation Langendreer wird mit etwa 65 Gliedern in die Selbständigkeit entlassen.

Pstor Rodemann1955 Prediger Kurt Rodemann, der sich mit viel Energie um die innere und äußere Nachkriegsaufbauarbeit gekümmert hat, verabschiedet von der Gemeinde. Sein Nachfolger wird Prediger Alfred Peitz von Berlin. 

1956 Auf dem nach dem Krieg gekauften Grundstück, Hermannshöhe 19, wird, unter Einsatz vieler gemeindeeigener Arbeitskräfte, das Wohnhaus fertiggestellt, in dem der Prediger und der Kastellan ihre Dienstwohnungen haben. Im Obergeschoß sind zwei Wohnungen an Gemeindeglieder vermietet, die während des Krieges obdachlos geworden sind.

1958 Das Bethel-Diakonissenmutterhaus in Berlin lässt zum 1. Juni eine neue Gemeindeschwester in unsere Gemeinde einführen: Schwester Margarete Kuczewski. Durch den Umbau der Wohnungen im Obergeschoß des Wohnhauses zur Schwesternstation sind nun alle von der Gemeinde angestellten Dienstträger „unter einem Dach".

Immanuelskirche 19661960 In diesem Jahr beschließt die Gemeinde, den zweiten Bauabschnitt in Angriff zu nehmen. Dabei wird von den Gemeindegliedern vermehrter Einsatz von Arbeitskräften und Geldopfern erwartet, ohne daß die missionarischen und diakonischen Verpflichtungen der Gemeinde vernachlässigt werden.

1964 90 Jahre nach der Gemeindegründung, 70 Jahre nach der Erstellung der ersten Immanuelskirche und 20 Jahre nach deren Zerstörung beginnt der endgültige Wiederaufbau der Immanuelskirche. Immanuelskirche 1966Geplant ist ein Gemeindezentrum mit 650 Plätzen im Kirchenraum, 180 Plätzen im Bibelstundenraum und weiteren 9 Gruppenräumen mit ca. 400 Plätzen; eine geräumige Küche wird ebenso im Plan berücksichtigt wie ein Personenaufzug, der die Kirchenbesucher, denen die Treppen zu beschwerlich sind, in das erste Obergeschoß bringt, wo sich der Kirchenraum befindet. Immanuelskirche 1966Mit einer Übertragungsanlage können die gottesdienstlichen Versammlungen aus dem Kirchen- und Bibelstundenraum in alle anderen Räume übertragen werden. Der Architekt ist H. J. Valentin. Die veranschlagten Baukosten belaufen sich auf 1 Million DM, das vorhandene Eigenkapital bis zur Baufertigstellung beträgt 500.000,- DM.
Das Wohnhaus soll im Zusammenhang mit diesen Bauplänen zweckmäßig umgebaut und gründlich renoviert werden. Während der Bauzeit gewährt die Tochtergemeinde Hamme großzügige Gastfreundschaft für unsere Gottesdienste mit den Kindergottesdiensten, jeweils an den Sonntagnachmittagen.

Schwester Knittler1966 Am 26./27. März wird die fertiggestellte Immanuelskirche unter starker Beteiligung vieler Gäste und Freunde ihrer Bestimmung übergeben. Prediger Alfred Peitz führt durch ein gut vorbereitetes Festprogramm. In Vertretung des Oberbürgermeister überbringt Pastor PeitzBürgermeister Claus der Festversammlung die Grüße der Stadt. Der Vorsitzende unseres Bundes, Prediger Johannes Arndt, Hannover, hält die Festpredigt. Die Festfreude der Gemeinde, die in vielfältigen Programmteilen zum Ausdruck kommt, ist mit dem Gebet verbunden, daß der treue Herr der Gemeinde mit diesem Haus neue Segenszeiten gebe.
Prediger Peitz sieht sich nach über zehnjährigem Dienst geführt, Bochum zu verlassen, um der Neulandmissionsgemeinde Soest zur Verfügung zu stehen (April). Bereits am Anfang des Jahres hat Schwester Maria Knittler vom Diakonissenhaus Bethel, Berlin, ihren Gemeindedienst hier aufgenommen, und anstelle von Prediger Peitz tritt Prediger Theophil Rehse aus Heidelberg den Dienst hier an (Mai).

1968 Das neue Gemeindehaus bietet den verschiedenen Gruppen neue Entfaltungsmöglichkeiten, die auch genutzt werden. Innerhalb der ganzen Gemeindegeschichte ist die Sonntagsschularbeit ein wichtiges Missionsinstrument. Pastor RehseDie Sonntagsschule in der Hermannshöhe hat über 100 eingetragene Kinder und die besonders für gemeindefremde Kinder eingerichtete Sonntagsschule in Weitmar, Neuhofstraße, über 30.
Eine vielen liebgewordene, langjährige Einrichtung, die „Sterbeumlagekasse", wird aus öffentlich-rechtlichen Gründen aufgelöst.

1969 Unsere Gemeinde ist in diesem Jahr die Gastgeberin für die Bundesratstagung, die auch einen Theologischen Tag zum Thema „Taufe-Gemeinde" einbezieht, wobei sich unser Gemeindehaus als äußerst zweckmäßig erweist.
Unser Gemeindeglied, die MTA Hannelore Jaschinski, wird nach Absolvierung der Bibel- und. Missionsschule Wiedenest auf das Missionsfeld in Tansania (Krankenhaus Mbesa) ausgesandt und von unserer Gemeinde finanziell getragen.

1970 In Gemeinschaft mit anderen Bochumer und Nachbargemeinden kann der in den sechziger Jahren bereits gegründete E. V. den Plan eines Studentenwohnheimbaus in Bochum-Querenburg realisieren und dieses Heim, das „Martin-Luther-King-Haus", mit 66 Heimplätzen für Studenten und Studentinnen seiner Bestimmung übergeben. Christusgläubige Heimbewohner, besonders die „Navigatoren", und das Hausverwalterehepaar Heußner prägen die missionarische, geistliche Atmosphäre in diesem Heim.
Als „Nachtrag" für den Neubau der Immanuelskirche wird der größte Teil der Hoffläche befestigt (Parkplatz und Spielfläche). An der rückwärtigen Giebelwand - zu den Bahnsteigen des Hauptbahnhofs hin - wird eine abends auch erleuchtete Schrift installiert: Jesus Christus auch für Dich.

1972 Nach etlichen Versuchen, die langjährige Stationsarbeit in Wattenscheid, auch in Verbindung mit den Nachbargemeinden, zu intensivieren und koordinieren, ergibt sich die Schließung der sonntäglichen Versammlung zugunsten des schon jahrelangen Trends, sich in Bochum am Gemeindeleben zu beteiligen. Die aufrechterhaltenen Bibelstunden in Wattenscheid weisen eine gute Besucherzahl auf.

Schwester Gisela Preugschat1973 Eine neue Gemeindeverfassung wird einstimmig durch die Gemeindeversammlung angenommen und setzt die bisherige (von 1893) außer Kraft. Beim Kultusminister Nordrhein-Westfalens wird die Verleihung der Körperschaftsrechte beantragt.
Schwester Maria Knittler wird von ihrem Mutterhaus in einen neuen Dienst nach Wien gerufen. An ihrer Stelle nimmt Schwester Gisela Preugschat in unserer Gemeinde den Dienst auf.
Eine außergewöhnliche evangelistische Woche, vom 10. bis 17. Juni, die deutsch-amerikanische Partnerschaftsmission mit einem 21-Personen-Team aus Lubbock, Texas, USA, wird für alle Beteiligten zu einem besonderen Gemeinschafts- und Diensterlebnis.

1974 Erstmalig wird für die umfangreichen Kastellansarbeiten im Gemeindehaus ein hauptberuflicher Kastellan eingestellt, Bruder Hans Müller, von der Gemeinde Witten.
Dankbar nimmt in diesem „Jubiläumsjahr" die Gemeinde zur Kenntnis, dass in den vergangenen sieben Jahren rd. 300.000,- DM für die Tilgung der Bauschulden aufgebracht worden sind.
Die Gemeinde hat sich entschlossen, für ihren Hauptversammlungsraum eine neue Orgel anzuschaffen.
Anfang Oktober ist eine „Senioren-Begegnungsstätte" eröffnet worden. Gemeindeglieder, aber auch andere ältere Mitbürger unserer Stadt werden willkommen geheißen.
Unsere Mitgliederzahl beträgt jetzt 500.

1980 Aus einem Impuls der Gemeinde heraus entsteht die Matthias-Claudius-Schule.