1. So fing es an (1851-1874)

Bochum um 1850, eine kleine Kreisstadt mit weniger als 10.000 Einwohnern, noch unberührt von der Industrialisierung und Verstädterung, war von der Landwirtschaft geprägt. Der Steinkohlenbergbau lag im Anfangsstadium. „In den kleinen Stollenzechen schürfte allenfalls jeweils ein Dutzend Knappen, die vom Ruhm späterer Konzerne, Hüttenwerke, Walzstraßen und Verkaufssyndikate. nicht zu träumen wagten." So liest man es in einer unserer Stadtchroniken.

Gott gebraucht verschiedene Leute

Der Ehrenlandrat Adalbert von der Recke-Volmarstein auf Schloß Overdyck, sicherlich ein überzeugter Christ, veranlasst einen Mann namens Lindermann (aus Herzkamp, Kreis Schwelm), in der Weitmarer Gegend das Evangelium zu verkündigen. Gleich in der ersten Evangelisationsversammlung Anfang 1851 bekehrt sich der Bergmann Heinrich Meier und wird an einem frostigen Wintertag, am 16. März 1851, von Bruder Lindermann getauft; dazu muss in eine Eisdecke eine geeignete Taufstelle geschlagen werden! Heinrich Meier, der erste Baptist in der Bochumer Gegend, bewährt sich als Christ und als schlichter, aber vollmächtiger Zeuge Jesu, so dass der schon erwähnte Graf von der Recke-Volmarstein nicht nur auf ihn aufmerksam wird, sondern ihn persönlich ermuntert, das Evangelisieren fortzusetzen.

Noch ohne Gemeinde

Heinrich Meier scheint vorerst nichts bekannt zu sein von einem Zusammenschluss gläubig getaufter Christen zu einer Gemeinde, ebenso wie seinem Täufer Lindermann, der bald in seine Heimat zurückkehrt.
Bruder Meier beginnt damit, in sein primitives Haus zu Evangelisationsversammlungen einzuladen; der Eingang zum Versammlungsraum ist zugleich auch der Eingang zum Kuhstall. Mit Unterstützung pflichtgetreuer Behörden versuchen zwar die Pastoren der Landeskirche gelegentlich, gegen diese Versammlungen vorzugehen, doch das Werk Gottes kann nicht aufgehalten werden.

Verbindung mit der Grundschötteler Gemeinde

Eine entscheidende geistliche Weiterführung der im Hause Meier erweckten Leute wird durch F. Feldmann vermittelt, der in Blumenfeld bei Weitmar wohnhaft ist, am 19. August 1854 in Grundschöttel getauft und der dort gebildeten Gemeinde eingegliedert wird. Er ist ein Arbeitskollege Meiers und rät ihm eines Tages: „Junge, du moß mett noch Grundschöttel gahn!"
Dort erlebt Heinrich Meier eine biblisch orientierte Gemeinde. Seine Frau lässt sich 1856 in Grundschöttel taufen.

Erstes Baptistenhaus in Bochum

Als Glieder der Gemeinde Grundschöttel setzen sich fortan die beiden Glaubensbrüder Meier und Feldmann für die Ausbreitung des Evangeliums ein. Es wird auch in Stiepel, Eppendorf und Herbede missioniert. Einzelne Menschen lassen sich aus ihrer Gottlosigkeit und aus einem nur nominellen Kirchenchristentum in die freimachende, rettende Wahrheit rufen, die durch das Evangelium von Jesus Christus angeboten wird. Zu den ersten Bekehrten gehört der Herbeder Carl Sohn, dessen Glaubenszeugnis den Brunnenbauer Carl Thielker erreicht. Beide lassen sich 1857 in Grundschöttel durch Prediger Ringsdorf taufen.
Carl Thielker, ein Bochumer, ist damit der erste ansässige Baptist in unserer Stadt. Seine enge Verbundenheit mit Carl Sohn ergibt, daß dieser in Herbede Beheimatete im Jahr 1862 nach Bochum in das Haus seines Glaubensbruders zieht. Das noch heute erhaltene Haus in der Herner Str. 74 ist also für unsere Gemeindegeschichte von historischer Bedeutung. Die beiden Brüder Sohn und Thielker, mit Geistesgaben von Gott ausgerüstet, vorbildlich in ihrem persönlichen, familiären und beruflichen Leben, setzen sich für die Ausbreitung des biblischen Evangeliums ein. Sonntags nach Grundschöttel zu gehen, ist ihnen selbstverständlich.

Wachsende Missionsarbeit

Die Gemeinde Grundschöttel erkennt die missionarischen Möglichkeiten im Raum Bochum, so dass ab 1862 der Gemeindeprediger Gülzau und andere Brüder hier Verkündigungsdienste beginnen und unterstützen; hervorzuheben ist der Landwirt Carl Völker, ein Mitbegründer der Grundschötteler Gemeinde, der jahrelang Samstagnacht in Bochum eintrifft, um am Sonntag zu predigen und die Sonntagsschule zu leiten. Am Sonntagabend tritt er zu Fuß den Heimweg nach Grundschöttel an, weil er aus Gewissensgründen die Benutzung der Eisenbahn als Sonntagsentheiligung ansieht! Montag früh trifft man ihn wieder in seiner Landwirtschaft.

Der unermüdliche missionarische Einsatz in Weitmar, Eppendorf, Stiepel, Ostholz bei Linden, Wattenscheid und Bochum bleibt nicht fruchtlos: Durch die Taufe werden der Gemeinde in Grundschöttel hinzugetan Conrad Strieder und Frau (7. 3. 1869), Jakob Seelig (17. 6. 1869), H. Heitland und Frau und Wilhelm Ringelband (4. 11. 1871), der Vater des W. Ringelband (9. 3.1872), Fritz Sohn (8. 6.1872) und Johannes Seelig (10. 3.1873). Dieser langsam, aber stetig wachsenden Missionsarbeit wird Ende 1873, durch die Gemeinde Grundschöttel ein Prediger zugeführt, Carl Meyer aus Kiel. Die Entwicklung zu einer selbständigen Gemeinde zeichnet sich immer stärker ab, auch schon wegen der Entfernung zur Gemeinde Grundschöttel.

2. Die ersten fünf Jahrzehnte (1874-1924)

1874 Innerhalb des Bundes der deutschen Baptistengemeinden, der bereits 1849 seine erste Konferenz durchgeführt hat, ergibt sich ein nicht unerheblicher Streitpunkt: Sollen alle Gemeinden eine Zentralleitung haben, also eine mehr oder weniger bischöflich geleitete „Bundesgemeinde" sein, oder soll der Zusammenschluss der Gemeinden zu einem Bund ein kongregational bestimmter „Gemeindebund" sein, also ein Bund, in dem jede einzelne Ortsgemeinde ihre unbedingte Selbständigkeit bewahren muss? Die Konferenz der Mittel- und Süddeutschen Vereinigung, die im Juli 1874 in Hassenhausen bei Marburg tagt (Grundschöttel gehörte zu dieser Vereinigung), entscheidet sich zugunsten der zentralgeleiteten „Bundesgemeinde" (Konzept Johann Gerhard Onckens) und ruft die zur Vereinigung gehörenden Gemeinden auf, sich zu diesem Beschluss zu stellen. Doch die Gemeinde Grundschöttel versucht, sich aus diesem Streit herauszuhalten. Die im Raum Bochum wohnenden Gemeindeglieder, beeinflusst durch den mit dem Konzept Onckens sympathisierenden Prediger Gülzau, bitten die Gemeinde Grundschöttel um eine klare Stellungnahme und schicken bereits - zwei Wochen nach diesem Bittgesuch - an die Gemeinde Grundschöttel folgenden Brief:

Bochum, den 20. October 1874

An die lieben Geschwister in Grundschöttel.

Infolge Eures Beschlusses vom 16. August cr. sowie des nachträglichen Verhaltens unserem Ältesten, dem Br. Gülzau gegenüber (Prediger und Gemeindeältester der Gemeinde Grundschöttel), wie daß Ihr auch nicht für nötig befunden habt, den von Br. Meyer im Namen der Geschwister aus Bochum, Dortmund, Witten, Eppendorf, Neuling, Wattenscheid an Euch gerichteten Brief vom 5. October cr., durch welchen Ihr von dem Beschluß der Gemeindestunde in Eppendorf in Kenntnis gesetzt wurde, und der die Bitte enthielt, Euren Beschluß abzuändern, einer Berücksichtigung und Antwort zu würdigen, sehen wir uns, die Geschwister obengenannter Stationen, veranlaßt, eine Gemeinde zu gründen, was wir nicht anstehen, durch Gegenwärtiges Euch mitzuteilen.
Wir bedauern, daß wir durch Euch in diese unangenehme Notwendigkeit versetzt sind, aber wir können vor Gott und unserem Gewissen nicht anders, als an Euch diese offene Erklärung gelangen zulassen.
Nehmt unseren herzlichen, brüderlichen Dank für alle genossene Liebe und Gastfreundlichkeit.
Möge der Herr unser Heiland uns allen viel Gnade verleihen und uns dermaleinst seligmachen!

Im Namen der Geschwister: (gez.): W. Nickstädt, C. Meyer, C. Birke[, Conr. Strieder, L. Kespelher.

Aus dem Protokoll der Grundschötteler Gemeindeversammlung vom 8.11. 1874 unter Vorsitz von Prediger Gülzau:

„Dann las der Vorsitzende einen Brief von Bochum vor, worin erklärt wurde, daß die Geschwister in Bochum, Eppendorf, Neuling, Witten und Dortmund eine eigene Gemeinde bilden würden. Grund hierzu war außer einigen Vorwürfen, die der Gemeinde gemacht wurden, hauptsächlich, daß die Gemeinde die Beschlüsse der letzten Konferenz bis dato nicht angenommen hatte. - Es wurde dann ein Brief von den ordnenden Brüdern der Süddeutschen Vereinigung vorgelesen, worin dieselben erklären, daß sie die hiesige Gemeinde mit Ausschluß der Station Bochum, Dortmund usw. als getrennt betrachten, sowie auch, die Konferenz im nächsten Jahr hier abzuhalten, dankend ablehnen."
Somit kommt es zur Verselbständigung der genannten Grundschötteler Gemeindestationen zur Gemeinde Bochum-Dortmund mit zusammen etwa 50 Gemeindegliedern. Sie wird offiziell am 8. November 1874 im Haus Thielker, Herner Str. 74, vollzogen. Das Gemeindeblatt „Der Pilger" berichtet: „Im Bethei der Kinder Gottes hier im Hause der lieben Geschw. Thielker fanden wir uns am 8. November 1874 ein. Nach der bewegten Gebetsstunde am Vormittag teilte Br. Gülzau das Brot des Lebens aus nach Joh. 3, 16. Am Nachmittag predigte Br. Gülzau vor einer gut besuchten Versammlung über 1. Kor. 3, 9, und darauf folte mit Einstimmigkeit die Konstituierung der Gemeinde. Zum Ältesten wurde Br. Nickstädt und zum Prediger Br. C. Meyer ernannt. Zu Diakonen wurden die Brüder Carl Thielker, Conrad Strieder, Kespelher und Lingener ernannt."

Aus den verfügbaren Unterlagen ist ersichtlich, dass die Gemeinde Bochum-Dortmund für unsere heutigen Begriffe wegen ihrer großen Zerstreuung und ihrer kleinen Zahl nur als bedingt lebensfähig hätte angesehen werden können, zumal ein Teil der in ihrem Bereich wohnenden Geschwister weiterhin zur Muttergemeinde Grundschöttel gehörte. Die folgende Gemeindegeschichte lehrt es anders.

Korporationsrechte1875 Die sonntäglichen Versammlungen der neugegründeten Gemeinde werden nun in Bochum gehalten. Die erste Jahresstatistik zeigt: 4 Gläubiggewordene kommen durch die Taufe zur Gemeinde; 884,58 Mark werden eingenommen und 544,63 Mark ausgegeben. Bald nach der Gemeindegründung entsteht der „Jünglingsverein", der für die weitere Geschichte des Gemeindeaufbaus eine wesentliche Rolle spielt.

Carl Meyer1876 Prediger Carl Meyer verlässt die Gemeinde Bochum, und der Gemeindeälteste W. Nickstädt übernimmt den Verkündigungsdienst. Für den Bau eines eigenen Gemeindehauses wird ein Fonds eingerichtet und eine erste Einzahlung von 120 Mark gebucht.

1877 Wilhelm Lingener, ein missionarisch begabter Mann, wohnhaft in Linden (Ostholz), wird von der Gemeinde als Bibelkolporteur eingesetzt. Die junge Gemeinde ist in diesem Jahr die Gastgeberin für die Konferenz der Süd- und Mitteldeutschen Vereinigung, zu der sie gehörte (8.-10.07.1877, insgesamt 30 Abgeordnete und Gäste!).

Julius Lüdeke1878 Bruder Julius Lüdeke aus Hammerstein wird zum Gemeindeprediger berufen. In diesem Jahr werden 7 Gläubiggewordene aufgenommen, im folgenden Jahr 17.

1881 Als Bruder Thielker im Jahr 1881 stirbt und der gemietete Versammlungsraum gekündigt wird, gerät die Gemeinde in erhebliche Sorge. Doch bald wird ein anderer Saal gefunden, und zwar an der Ecke Wittener/Ferdinandstraße.
Durch den Weggang des Predigers Lüdeke sieht sich die Gemeinde genötigt, wiederum die Dienste der Gemeinde Grundschöttel in Anspruch zu nehmen. Prediger Harnisch mit den Brüdern Völker und Bäcker helfen tatkräftig und sorgen für die Bereinigung der noch vorliegenden Meinungsverschiedenheiten und auch für eine geo-graphisch sinnvolle Neuorientierung. Die Gemeindeglieder in Witten, Rahmede, Lüdenscheid und Altena werden wieder Grundschöttel zugewiesen, während die aus der Gegend um Dortmund und Bochum der Gemeinde Bochum einverleibt werden, soweit das noch nicht geschehen ist.

1883 Auch finanzielle Hilfe kommt von Grundschöttel, so dass die junge Gemeinde Mitte des Jahres Bruder Robert Röth aus Wermelskirchen zum Prediger und Ältesten berufen kann. Um diese Zeit bahnt sich die Eingliederung der Gemeinde in die Rheinische Vereinigung an. Bruder Lingener erwirbt das Hausgrundstück an der Wittener Str. 44 (Wirtshaus mit Tanzsaal) und lässt es für Versammlungszwecke der Gemeinde umbauen. Dieses an die Gemeinde dann vermietete Versammlungshaus bleibt bis zur Errichtung der ersten Immanuelskirche an der Hermannshöhe (1894) verfügbar.

Robert Röth1884 Der Gemischte Chor, der während der weiteren Gemeindegeschichte am Gemeindebau einen wesentlichen Anteil hat, wird gegründet.

Gustav Andresen1889 Als Prediger Röth zur Gemeinde Danzig geht, wird Prediger Gustav Andresen aus Elmshorn sein Nachfolger. Nach schwerer Krankheit wird er allerdings bereits 1891 als 56-jähriger in die Ewigkeit gerufen.

1892 Sein Nachfolger, Prediger Kickstat aus Ottensen, setzt sich mit der Gemeinde für das Kapellenbauvorhaben und auch für die Erteilung der Korporationsrechte ein.

1893 Am 29.11.1893 wird durch das preußische „Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten" unserer Gemeinde das Korporationsrecht erteilt.

Gustav Kickstat1894 Die schon seit 1893 selbständig gewordene Gemeindestation Dortmund wird am 4. Februar als selbständige Gemeinde entlassen. In Eickel und Herne entstehen aussichtsreiche Stationsarbeiten. Das gesamte Gemeindewerk, zwar weit verzweigt, wächst zusehends.
ImmanuelskircheIn großer Festfreude wird das neue Versammlungshaus der Gemeinde an der Hermannshöhe, die Immanuelskirche, mit etwa 600 Sitzplätzen in den Dienst genommen. In der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen ist zu lesen:
Nach den Plänen des Regierungsbaumeisters Schönfelder und des Bauunternehmers Fischer wurde die Arbeit in Angriff genommen. Der ganze Bau, ohne innere Einrichtung, war auf 40 000 Mark veranschlagt. Herr Fischer ließ es an Entgegenkommen auch nicht fehlen. Er verlangte bei Fertigstellung des ersten Stockwerkes 5000 Mark, eine weitere und letzte Rate bei Auszahlung der ersten Hypothek. Alles in allem konnte unsere Gemeinde die Hilfe des Herrn so recht erfahren. Während des Baues war kein Unfall zu beklagen; auch die städtischen Behörden zeigten vielerlei Entgegenkommen, sei es, daß das Bauamt. keine Schwierigkeiten machte, oder sei es, daß die Sparkasse uns bereitwilligst eine Hypothek gab. Als dann das zwanzigjährige Stiftungsfest Immanuelskircheheranrückte, konnte die dankerfüllte Gemeinde die Kapelle ihrer Bestimmung übergeben. Jener Gesang, der zu allen Zeiten das rechte Danklied gewesen ist, erwachte da neu in den Herzen der Gotteskinder, als sie die Schwelle ihres neuen Heims überschritten: „Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen!" Br. Grage, Köln, sprach das Eingangsgebet, daran schloß sich Br. Fetzer, Lehrer am Predigerseminar in Hamburg, mit der Festpredigt an. Nachdem der Leiter unserer Gemeinde, Br. Kickstat, bekanntgegeben hatte, daß die Gemeinde beschlossen habe, ihr neues Heim Immanuelskirche' zu nennen, sprach Br. Scheve, Berlin, das Weihegebet. Der Nachmittag versammelte unsere Geschwister und die vielen Gäste zum Liebesmahl. Der Chor der Gemeinde Derschlag war in voller Zahl erschienen und verschönte in Gemeinschaft mit unserem Chor das Fest mit seinen Gesängen aufs beste. Auch der Erbauer der Kirche ließ es sich nicht nehmen, an der erhebenden Feier teilzunehmen. Die Kosten des Gotteshauses be-trugen insgesamt Mk. 47.930,53. Eingegangen waren insgesamt Mk. 50.930,55 einschließlich der Hypothek von Mk. 30.000,-, so daß ein reiner Überschuß von Mk. 3.000,- verblieb, der dann seine Verwendung in verschiedenen kleinen Anschaffungen fand."

H. W. Grage1897 Nach dem Weggang von Prediger Kickstat (nach Hamburg-Altona) wird Bruder W. Grage (von Bülach/Schweiz) der neue Gemeindeprediger.

1899 Die Gemeinde feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Inzwischen sind auch in Linden-Baak und in Wattenscheid regelmäßige Versammlungen eingerichtet.

1901 Als Prediger Grage den Ruf der Gemeinde Zürich annimmt, wird Prediger Bernhard Weerts von Frankfurt/Main berufen.

1902 In Eickel und Herne setzt sich die gute Entwicklung der Gemeindestationen fort, und in Bärendorf wird in einem Neubau der Geschw. Häsing ein Versammlungsraum eingerichtet.

1905 Auf dem Gesamtgemeindefeld werden in diesem Jahr durch die Taufe 86 Gläubiggewordene der Gemeinde hinzugetan. Die Zeit der Verselbständigungen setzt ein: Eickel mit 73 Gliedern am 2.2.1905, Herne mit 100 Gliedern am 1.11.1905. In Weitmar wird ein etwa 200 Personen fassender Versammlungsraum in Gebrauch genommen, ein anderer in Linden.

1906 Bemerkenswert ist ein Prozess, den die Gemeinde wegen Behinderung bei der Ausübung einer Beerdigung bis hin zur höchsten preußischen Gerichtsinstanz, dem Reichsgericht, geführt und dann auch gewonnen hat. Die durch die Evangelische Kirchengemeinde Langendreer angeklagte Baptistengemeinde Bochum und der angeklagte Prediger Weerts werden vorerst verurteilt: die Baptistengemeinde darf auf dem evangelischen Friedhof keine Beerdigung und der Prediger Weerts keine Grabrede halten (Urteil des königlichen Landgerichts).
Als von seiten der Gemeinde gegen diese Urteile beim königlich-preußischen Oberlandesgericht in Hamm Revision angestrengt wird, spricht das Gericht den Prediger Weerts von der verhängten Geldstrafe frei, doch bleibt der Gemeinde untersagt, auf dem kirchlichen Friedhof zu beerdigen. Dagegen erheben dann der Prediger und der Gemeindevorstand vor dem Reichsgericht in Leipzig Klage. Das Ergebnis der Verhandlung am 1.2.1906: Die Urteile der Vorinstanzen werden aufgehoben; die Gemeinde erhält das Recht, auf konfessionellen Friedhöfen ihre Verstorbenen bestatten und Grabreden halten zu dürfen.

1907 Die Gemeindestation Weitmar wird eine selbständige Gemeinde, der sich die Station Linden anschließt mit insgesamt 98 Gliedern (9.5.1907). In diesem Jahr entsteht eine Stationsarbeit in Gladbeck.

1908 Eine schon um 1900 entstandene Missionsarbeit in Langendreer wird zu einer Stationsarbeit der Gemeinde Bochum.

Pastor Weerts1910 Prediger Weerts verlässt Bochum und folgt dem Ruf der Gemeinde Berlin, Gubener Straße. Sein Nachfolger wird Bruder Emil Wedewardt aus Emden.

1913 Einweihung der Orgel, deren Anschaffung mit großer Begeisterung und erfreulicher Opferbereitschaft beschlossen worden ist. Die Gesamtkosten betragen rund 5.700,- Mark, für diesen Zweck geopfert sind rund 6.500 Mark.

1914 Die vielfältigen Auswirkungen des 1. Weltkriegs treffen auch die Gemeinde Bochum und veranlassen besondere missionarisch-diakonische Dienste, u. a. die „Soldatenmission". Während des Weltkrieges schließen sich der „Jünglingsverein" und der „Jungfrauenverein" zum „Jugendverein" zusammen.

Pastor Wedewardt1919 Prediger Wedewardt verlässt die Gemeinde, um in Köln-Mühlheim den Gemeindedienst aufzunehmen; an seine Stelle tritt Prediger Johannes Fleischer, der aus rumänischer Internierung nach Deutschland zurückgekehrt ist.

Emma Marx1920 Für die Gemeindestation Gladbeck wird Prediger Otto Menge berufen, der seinen Dienst nebenberuflich tut. Die Jugendbundeskonferenz wird in diesem Jahr in der Immanuelskirche durchgeführt. 1921 Die erste Gemeindeschwester, vom Diakonissenmutterhaus Bethel, Berlin, Schwester Emma Marx, beginnt ihren Dienst, der sich besonders auf die Kranken und Alten konzentriert.

1922 Eine Sterbekasse der Gemeinde, durch ein Umlageverfahren ermöglicht, bietet in der Zeit der enormen Geldentwertung und sozialen Verunsicherung bei Beerdigungskosten eine willkommene Hilfe.

1923 Nach vorhergehenden Hausversammlungen in Hamme wird im Saal des „Ostpreußischen Gebetsvereins", Robertstraße, eine Wochenversammlung und Sonntagsschule begonnen; auch bildet sich ein gemischter Chor.

1924 Das 50. Gemeindejahr wird von Gott reich gesegnet. Die vielfältige missionarische Verkündigung auf dem weiten Gemeindefeld wirkt reiche Frucht: Bis zum 6. Juli sind bereits 88 Gläubiggewordene durch die Taufe in die Gemeinde aufgenommen. Bei aller Freude über diese Taufzahl bemerkt die Jubiläumsschrift von 1924: „Gott gebe Gnade, daß es keine tauben Ähren sind!" Die Festpredigt bei der 50-Jahr-Feier am 9. November hält Prediger Kickstat über das Wort: „Es ist der Herr!" (Johannes 21, 7). Die Prediger Grage und Weerts tragen zur Festgestaltung bei. Der Gemischte Chor, straff und zielstrebig von Georg Liebig geleitet, erarbeitet für das Fest ein musikalisch anspruchsvolles Programm. Bruder Liebig versteht es, dem großen Chor auch entsprechend größere Chorwerke zum Segen für die Gemeinde zuzumuten.

3. Die zweiten fünf Jahrzehnte (1924-1980)

1925 Die weitere innere und äußere Entwicklung verantwortungsvoll einschätzend, entschließt sich die Gemeinde zu einem Grundstückskauf für die Gemeindearbeit in Hamme.
Auch in Gladbeck wird ein günstig gelegenes Grundstück für die Gemeinde erworben.

Pastor Otto Menge1926 Die Gemeindestation Gladbeck, unter der Leitung von Prediger Otto Menge, wird mit 142 Gliedern Ende des Jahres zu einer selbständigen Gemeinde.
Die Grundstücksangelegenheit in Hamme wird durch ein anderes Angebot - an der Hofsteder Straße - endgültig geklärt: Die Gemeinde kauft das weiträumige Grundstück mit dem Wohnhaus an der Hofsteder Str. und verkauft das vorher erworbene an der Herner Straße etwa zwei Jahre später.
Zur Gesamtgemeinde Bochum zählen unterdessen 612 Mitglieder.

Pastor Fleischer1928 Prediger Fleischer kehrt wieder nach Rumänien zurück, um der deutschen Gemeinde in Bukarest zu dienen. Sein Nachfolger wird Prediger Eltje Janssen aus Chemnitz. Schwester Emma Marx beendet in Bochum ihren Dienst.


1929
In Hamme, im Haus an der Hofsteder Straße, beginnen regelmäßige Sonntagsversammlungen.

1930 Die Gemeinde erlebt in diesem Jahr die Taufe von 70 Gläubiggewordenen. Das innerlich und äußerlich engagierte Beten um Errettung von Menschen hat die Gemeinde erfasst.

1931 Nachdem in Wattenscheid bereits seit 1899 in verschiedenen Privathäusern Versammlungen stattgefunden haben, mietet die Gemeinde von der Zeche Zentrum einen größeren Saal.

1933 Die politischen Umwälzungen wirken sich auf die Gemeindestruktur aus. Der Gemeindeprediger hat als Gemeindeleiter eine vermehrte Öffentlichkeitsverantwortung. Das interne Gemeindeleben kann sich weiterhin am biblischen Evangelium orientieren. 54 Menschen werden durch die Taufe aufgenommen.

1934 Dieses Jahr ist das Jubiläumsjahr des deutschen Baptismus - 1834 erste Gemeindegründung in Hamburg - mit dem denkwürdigen Weltkongress in Berlin.
Der Gemischte Chor unserer Gemeinde feiert sein 50-jähriges Bestehen.
Die Stationsarbeit in Langendreer-Werne, die sich 1920 der Gemeinde Witten angeschlossen hatte, wird wieder unserer Bochumer Gemeinde angegliedert.

1935 Prediger Dr. Johannes Mundhenk wird von der Gemeinde als ihr zweiter Prediger berufen, mit dem dienstlichen Schwerpunkt in Hamme. Die Versammlungen in Hamme werden nun, parallel zu denen in der Hermannshöhe, auf den Sonntagnachmittag gelegt, so dass sich die zukünftige Verselbständigung dieser Gemeindestation bereits abzeichnet. Mitgliederzahl der Gesamtgemeinde: 840.

1936 Am Jahresanfang wird der Männerchor unserer Gemeinde gegründet, der nach etlicher Zeit in den Gottesdiensten und bei missionarischen Einsätzen zum Aufbau des Gemeindewerkes mitwirkt.

1937 Die 1907 selbständig gewordene Gemeinde Weitmar kehrt zur Hermannshöhe zurück, bis 1948 ihre erneute Selbständigkeit erfolgt. Es erweist sich als notwendig, daß 73 Glieder der Gemeinde Wanne-Eickel (bis 1941) der Gemeinde Bochum angeschlossen werden.

1938 Diese eben geschilderten Zugänge tragen dazu bei, dass die Gesamtmitgliederzahl auf rund 900 anwächst. Daher ist man gern bereit, die zur selbständigen Gemeinde herangereifte Arbeit in Hamme mit 190 Gliedern zu entlassen (Juli 1938).

1939 Der Zweite Weltkrieg macht sich in der Gemeindearbeit empfindlich bemerkbar. Auch die politische Radikalität wirkt sich aus (Verbot kirchlicher Wohlfahrtspflege und des Gemeindebüchertisches, Einschränkung der Zeitschriften des Bundes und ihre Zensur, Luftschutzeinrichtungen, Verdunklungen).

Pastor Eltje Janssen1941 Auf der außerordentlichen Bundeskonferenz in Berlin wird der Zusammenschluß mit dem BfC (Bund freikirchlicher Christen) und zugleich die Namensänderung unseres Bundes und der ihm zugeordneten Gemeinden beschlossen; vorher: „Bund der Baptistengemeinden in Deutschland", jetzt: „Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland".
Eine BfC-Gemeinde, die in der Alsenstraße zusammenkommt, schließt sich dadurch auch unserem Bund an. Sie besteht bis zur Ausbombung ihres Versammlungshauses 1944. Danach finden einige ihrer Mitglieder ganz zur Hermannshöhe.
Aus der strukturellen Änderung unseres Bundes ergibt sich auch die schon früher erwogene Teilung der „Rheinisch-Westfälischen Vereinigung" in eine „Rheinische" und „Westfälische". Die erste Konferenz der nun neugebildeten „Westfälischen Vereinigung" findet in unserer Immanuelskirche statt; der erste Vereinigungsleiter ist Prediger Janssen.
Die Mitgliederzahl der Gesamtgemeinde beträgt jetzt 680 (zur Hermannshöhe gehören 413 Glieder).

1943 Bereits im Mai und vermehrt in der Nacht zum Pfingstsonntag fallen die ersten Brandbomben auf unser Gemeindehaus, können jedoch durch den mutigen Einsatz von Prediger Janssen und Kastellan Staschullo gelöscht werden. Nur noch etwa 180 der Gemeindeglieder sind in Bochum anwesend. In dieser äußerst notvollen Zeit wird der Dienst des langjährigen Gemeindepredigers Janssen, der mit dem in Bochum verbliebenen Rest der Gemeinde ausharrt, hoch geschätzt. Der Bärendorfer Gemeindesaal fällt im September den Bomben zum Opfer.

1944 Trotz der Notsituation soll am 5. November das 70-jährige Bestehen der Gemeinde gefeiert werden. Doch in der Nacht davor, als der schwerste Luftangriff unsere Stadt heimsucht, wird unsere Immanuelskirche total zerstört. Mit der Evangelischen Kirche in Altenbochum kann die Benutzung ihres Kindergartensaals für die Sonntagsnachmittagsversammlungen vereinbart werden; im folgenden Sommer steht auch die Kirche zur Verfügung.

Baracke Hermannshöhe1945 Nach der Kapitulation im Mai kehren evakuierte Gemeindeglieder in unsere Stadt zurück, Flüchtlinge aus den Ostgebieten stoßen dazu. Zum 1. Advent wird auf unserem „Trümmergrundstück" eine schlichte Baracke als neuer Versammlungsraum der Gemeinde „eingeweiht". Die Nahrungsmittel- und Bekleidungsnot wird durch die inzwischen organisierte „Bruderhilfe" unseres Bundes aufgrund großzügiger Hilfsaktionen der amerikanischen Glaubensgeschwister gemildert.

1947 Die Gemeinde Bärendorf (heute: Bochum-West) erlangt mit etwa 70 Gliedern die Selbständigkeit. Prediger Eltje Janssen tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Prediger Kurt Rodemann aus Kamp-Lintfort.

1948 Für einen geplanten Wiederaufbau der Kapelle bedeutet die Entscheidung der Stadtverwaltung, unser Grundstück in den Bahnhofsneubau nicht einzubeziehen, eine große Erleichterung und zugleich die Ermutigung, die Neubaupläne voranzutreiben. Unvergeßlich bleibt das willige Arbeiten und Aufräumen auf unserem Trümmergrundstück durch viele Hände unserer Geschwister!
Eine großangelegte drei Wochen dauernde Bundeszeltmission im Herbst ergibt viele Bekehrungen und 20 Taufmeldungen. Die Mitgliederzahl einschließlich Wattenscheid und Langendreer beträgt 524.

1949 Die Baubehörde erteilt für den durch Architekt Kaulfuß entworfenen Plan zum Bau eines neuen Gemeindehauses die Genehmigung; vorerst geht es um einen ersten Bauabschnitt zur Errichtung eines im Erdgeschoss gelegenen Saals mit etwa 500 Sitzplätzen.
In einem schlichten Rahmen wird das 75-jährige Gemeindejubiläum, mit Dank für Gottes Treue in guten und bösen Tagen, gefeiert.

Immanuelskirche 19511951 Am 30. September wird der erste vollendete Bauabschnitt der neuen Immanuelskirche feierlich seiner Bestimmung übergeben.

1952 Die Gemeindestation Langendreer wird mit etwa 65 Gliedern in die Selbständigkeit entlassen.

Pstor Rodemann1955 Prediger Kurt Rodemann, der sich mit viel Energie um die innere und äußere Nachkriegsaufbauarbeit gekümmert hat, verabschiedet von der Gemeinde. Sein Nachfolger wird Prediger Alfred Peitz von Berlin. 

1956 Auf dem nach dem Krieg gekauften Grundstück, Hermannshöhe 19, wird, unter Einsatz vieler gemeindeeigener Arbeitskräfte, das Wohnhaus fertiggestellt, in dem der Prediger und der Kastellan ihre Dienstwohnungen haben. Im Obergeschoß sind zwei Wohnungen an Gemeindeglieder vermietet, die während des Krieges obdachlos geworden sind.

1958 Das Bethel-Diakonissenmutterhaus in Berlin lässt zum 1. Juni eine neue Gemeindeschwester in unsere Gemeinde einführen: Schwester Margarete Kuczewski. Durch den Umbau der Wohnungen im Obergeschoß des Wohnhauses zur Schwesternstation sind nun alle von der Gemeinde angestellten Dienstträger „unter einem Dach".

Immanuelskirche 19661960 In diesem Jahr beschließt die Gemeinde, den zweiten Bauabschnitt in Angriff zu nehmen. Dabei wird von den Gemeindegliedern vermehrter Einsatz von Arbeitskräften und Geldopfern erwartet, ohne daß die missionarischen und diakonischen Verpflichtungen der Gemeinde vernachlässigt werden.

1964 90 Jahre nach der Gemeindegründung, 70 Jahre nach der Erstellung der ersten Immanuelskirche und 20 Jahre nach deren Zerstörung beginnt der endgültige Wiederaufbau der Immanuelskirche. Immanuelskirche 1966Geplant ist ein Gemeindezentrum mit 650 Plätzen im Kirchenraum, 180 Plätzen im Bibelstundenraum und weiteren 9 Gruppenräumen mit ca. 400 Plätzen; eine geräumige Küche wird ebenso im Plan berücksichtigt wie ein Personenaufzug, der die Kirchenbesucher, denen die Treppen zu beschwerlich sind, in das erste Obergeschoß bringt, wo sich der Kirchenraum befindet. Immanuelskirche 1966Mit einer Übertragungsanlage können die gottesdienstlichen Versammlungen aus dem Kirchen- und Bibelstundenraum in alle anderen Räume übertragen werden. Der Architekt ist H. J. Valentin. Die veranschlagten Baukosten belaufen sich auf 1 Million DM, das vorhandene Eigenkapital bis zur Baufertigstellung beträgt 500.000,- DM.
Das Wohnhaus soll im Zusammenhang mit diesen Bauplänen zweckmäßig umgebaut und gründlich renoviert werden. Während der Bauzeit gewährt die Tochtergemeinde Hamme großzügige Gastfreundschaft für unsere Gottesdienste mit den Kindergottesdiensten, jeweils an den Sonntagnachmittagen.

Schwester Knittler1966 Am 26./27. März wird die fertiggestellte Immanuelskirche unter starker Beteiligung vieler Gäste und Freunde ihrer Bestimmung übergeben. Prediger Alfred Peitz führt durch ein gut vorbereitetes Festprogramm. In Vertretung des Oberbürgermeister überbringt Pastor PeitzBürgermeister Claus der Festversammlung die Grüße der Stadt. Der Vorsitzende unseres Bundes, Prediger Johannes Arndt, Hannover, hält die Festpredigt. Die Festfreude der Gemeinde, die in vielfältigen Programmteilen zum Ausdruck kommt, ist mit dem Gebet verbunden, daß der treue Herr der Gemeinde mit diesem Haus neue Segenszeiten gebe.
Prediger Peitz sieht sich nach über zehnjährigem Dienst geführt, Bochum zu verlassen, um der Neulandmissionsgemeinde Soest zur Verfügung zu stehen (April). Bereits am Anfang des Jahres hat Schwester Maria Knittler vom Diakonissenhaus Bethel, Berlin, ihren Gemeindedienst hier aufgenommen, und anstelle von Prediger Peitz tritt Prediger Theophil Rehse aus Heidelberg den Dienst hier an (Mai).

1968 Das neue Gemeindehaus bietet den verschiedenen Gruppen neue Entfaltungsmöglichkeiten, die auch genutzt werden. Innerhalb der ganzen Gemeindegeschichte ist die Sonntagsschularbeit ein wichtiges Missionsinstrument. Pastor RehseDie Sonntagsschule in der Hermannshöhe hat über 100 eingetragene Kinder und die besonders für gemeindefremde Kinder eingerichtete Sonntagsschule in Weitmar, Neuhofstraße, über 30.
Eine vielen liebgewordene, langjährige Einrichtung, die „Sterbeumlagekasse", wird aus öffentlich-rechtlichen Gründen aufgelöst.

1969 Unsere Gemeinde ist in diesem Jahr die Gastgeberin für die Bundesratstagung, die auch einen Theologischen Tag zum Thema „Taufe-Gemeinde" einbezieht, wobei sich unser Gemeindehaus als äußerst zweckmäßig erweist.
Unser Gemeindeglied, die MTA Hannelore Jaschinski, wird nach Absolvierung der Bibel- und. Missionsschule Wiedenest auf das Missionsfeld in Tansania (Krankenhaus Mbesa) ausgesandt und von unserer Gemeinde finanziell getragen.

1970 In Gemeinschaft mit anderen Bochumer und Nachbargemeinden kann der in den sechziger Jahren bereits gegründete E. V. den Plan eines Studentenwohnheimbaus in Bochum-Querenburg realisieren und dieses Heim, das „Martin-Luther-King-Haus", mit 66 Heimplätzen für Studenten und Studentinnen seiner Bestimmung übergeben. Christusgläubige Heimbewohner, besonders die „Navigatoren", und das Hausverwalterehepaar Heußner prägen die missionarische, geistliche Atmosphäre in diesem Heim.
Als „Nachtrag" für den Neubau der Immanuelskirche wird der größte Teil der Hoffläche befestigt (Parkplatz und Spielfläche). An der rückwärtigen Giebelwand - zu den Bahnsteigen des Hauptbahnhofs hin - wird eine abends auch erleuchtete Schrift installiert: Jesus Christus auch für Dich.

1972 Nach etlichen Versuchen, die langjährige Stationsarbeit in Wattenscheid, auch in Verbindung mit den Nachbargemeinden, zu intensivieren und koordinieren, ergibt sich die Schließung der sonntäglichen Versammlung zugunsten des schon jahrelangen Trends, sich in Bochum am Gemeindeleben zu beteiligen. Die aufrechterhaltenen Bibelstunden in Wattenscheid weisen eine gute Besucherzahl auf.

Schwester Gisela Preugschat1973 Eine neue Gemeindeverfassung wird einstimmig durch die Gemeindeversammlung angenommen und setzt die bisherige (von 1893) außer Kraft. Beim Kultusminister Nordrhein-Westfalens wird die Verleihung der Körperschaftsrechte beantragt.
Schwester Maria Knittler wird von ihrem Mutterhaus in einen neuen Dienst nach Wien gerufen. An ihrer Stelle nimmt Schwester Gisela Preugschat in unserer Gemeinde den Dienst auf.
Eine außergewöhnliche evangelistische Woche, vom 10. bis 17. Juni, die deutsch-amerikanische Partnerschaftsmission mit einem 21-Personen-Team aus Lubbock, Texas, USA, wird für alle Beteiligten zu einem besonderen Gemeinschafts- und Diensterlebnis.

1974 Erstmalig wird für die umfangreichen Kastellansarbeiten im Gemeindehaus ein hauptberuflicher Kastellan eingestellt, Bruder Hans Müller, von der Gemeinde Witten.
Dankbar nimmt in diesem „Jubiläumsjahr" die Gemeinde zur Kenntnis, dass in den vergangenen sieben Jahren rd. 300.000,- DM für die Tilgung der Bauschulden aufgebracht worden sind.
Die Gemeinde hat sich entschlossen, für ihren Hauptversammlungsraum eine neue Orgel anzuschaffen.
Anfang Oktober ist eine „Senioren-Begegnungsstätte" eröffnet worden. Gemeindeglieder, aber auch andere ältere Mitbürger unserer Stadt werden willkommen geheißen.
Unsere Mitgliederzahl beträgt jetzt 500.

1980 Aus einem Impuls der Gemeinde heraus entsteht die Matthias-Claudius-Schule.