Mission ist keine Einbahnstraße! Das konnte man beim EBM-Missionsrat in Wien hautnah und eindrücklich erleben. 150 Gäste und Delegierte aus 25 Ländern, mit denen EBM INTERNATIONAL partnerschaftlich verbunden ist, haben den Donauhof mit internationalem Leben gefüllt. Eine inspirierende Atmosphäre war an unzähligen Stellen und in vielen Veranstaltungen spürbar. Die Gastfreundschaft der Wiener Projekt:Gemeinde hat die Tage zu einem tollen Erlebnis gemacht und den besonderen Charme der Stadt und der Menschen gezeigt. In dem dreiminütigen Film von Valere Schramm, Mitarbeiter der Gemeinde, wird das wunderbar deutlich.

 Die partnerschaftliche Verbundenheit, die die Missionsarbeit von EBM INTERNATIONAL kennzeichnet, wurde besonders durch die vielfältige Partizipation der Teilnehmenden spürbar. In elf Workshops berichteten Menschen, die mit unseren Projekten verbunden sind, von ihren Erfahrungen. Zusätzlich gab es in diesem Jahr zum ersten Mal anstatt klassischer Bibelarbeiten die Möglichkeit mit kurzen Testimonials die Gruppe zu inspirieren. Angelehnt an die TEDx Veranstaltungen, die viele aus den sozialen Medien kennen, erzählten 12 völlig unterschiedliche Personen, wie die Arbeit von EBM INTERNATIONAL ihr Leben nachhaltig prägt und verändert: Rui Teske aus Brasilien, Mitglied des Vorstandes von EBM INTERNATIONAL erzählte davon, wie der brasilianische Gemeindebund Pioneira Schulungen in Mosambik mit organisiert und durchgeführt hat und wie sie dann selbst davon profitiert haben, Teil der Mission von EBM INTERNATIONAL zu sein. Elizabeth Mvula, die amtierende Vizepräsidentin der Baptist Convention of Malawi bezeichnete sich selbst als "lebendiges Zeugnis". Sie meinte, es sei auch der Partnerschaft mit EBM INTERNATIONAL zu verdanken, dass sie als Frau eine solche Leitungsaufgabe in ihrem Gemeindebund übernehmen kann. Dr. Santosh, Arzt in einem Projekt von EBM INTERNATIONAL in Indien erzählte von einem tragischen Unglück, bei dem sein Sohn ums Leben kam und wie seine Familie heute Trost für andere spenden kann, die selbst Leiderfahrungen gemacht haben. Marlene Cevik aus unserer Gemeindegründungsarbeit in der Türkei berichtete von den großen Herausforderungen in der Türkei durch die vielen Geflüchteten, aber auch davon, wie die kleine Gemeinde in der Türkei helfen kann und Wachstum erlebt. Lea Herbert, Pastorin aus Großhansdorf erzählte von ihrer Begeisterung das Wirken Gottes auf dem Missionsrat hautnah zu erleben: "Durch Euch zu sehen, wie Gott in der Welt wirkt, gibt mir Mut für meinen Dienst hier in Deutschland". Und tatsächlich ist es jedes Jahr auf dem Missionsrat erstaunlich zu erleben, wie Gott in den über 300 Projekten die EBM INTERNATIONAL im Jahr 2016 unterstützt hat wirkt. In einem zweiten kurzen Film wird hier ein kleines Fenster dieser Segensspuren geöffnet:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und zum Schluss bleibt die Ermutigung an alle Gemeinden, sich aktiv zu einem Teil dieser Arbeit zu machen: Zeigt die Filme in den Gemeinden und unterstützt die Arbeit von EBM INTERNATIONAL im Gebet. Und lasst Euch durch einen Gemeindebesuch für die Missionsarbeit begeistern. Besonders spannend ist sicher der Besuch des Missionsrates, bei dem Besucher herzlich willkommen sind. 2018 findet er vom 2.-5. Mai in Gandia/Spanien statt.

 

Im Land der Ketschua

Die Hochanden: ein weites Land – Berge, soweit das Auge reicht. Trotz der Höhe (4.000 m) wachsen hier noch kleine Bäume, es gibt Felder und Ackerflächen, die in Terrassen auf steilen Abhängen angebaut werden. Alpakas, Lamas und Schafe grasen, Pferde und Kühe sieht man angepflockt vereinzelt auf abgeernteten Maisfeldern. Und mitten drin sitzen Frauen oder Kinder, in der Hand eine Spindel, mit der sie ganz nebenbei Wolle spinnen. Idylle pur – sollte man meinen.

Aber das Leben ist hier für die Bauern hart. Sie wohnen in einfachen kleinen Häusern aus Lehmsteinen, die sie selbst herstellen. Sie sind ein sehr fleißiges Volk. Tagaus, tagein arbeiten sie schwer, um dem kargen Land alles abzugewinnen, was sie selbst zum Leben brauchen.

Aber hungern müssen sie nicht– jedenfalls nicht, solange keine Natur-katastrophen ihre Lebensgrundlage zerstören, was leider alle Jahre wieder geschieht.

Beeindruckend und faszinierend so beschreiben wir dieses Land, das wir besuchthaben. Wir, das ist eine 15-köpfige Reisegruppe aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zusammen mit Carlos Waldow, dem Missionssekretär von EBM MASA. Auf unserer Missionsstudienreise begleitete uns auch Adrián Campero, Missionar in der weitläufigen Region von Apurímac.

Zunächst standen touristische Ziele auf dem Programm. Viele Inka-Ruinen wurden besucht, natürlich auch Machu Picchu, die gut erhaltene Ruinenstadt mit alten Inka-Tempelanlagen mitten in den Bergen.

Wir lernten über und hörten von den alten Inka-Kulturen und uns wurden Zusammenhänge aufgezeigt, wie sich der Katholizismus, der von der Kolonialmacht Spanien ins Land gebracht wurde, mit den Urreligionen der indigenen Bevölkerung vermischt hat. Das ist auch noch heute so und hat Konsequenzen für die Missionsarbeit der EBM international im Land.

Der zweite Teil unserer Reise war jedoch noch wesentlich eindrucksvoller. Wir fuhren weite Strecken durch einsame Gegenden und besuchten dort die Baptistengemeinden und Missionsstationen.

Oftmals hatten wir das Gefühl, am Ende der Welt gelandet zu sein, und doch: Dort leben Menschen, und es gibt sogar schon Baptistengemeinden! Wir wurden überall liebevoll empfangen und die Geschwister bedankten sich bei uns tief gerührt für alle Hilfe, die sie von EBM international/ MASA empfangen haben. Das berührte uns sehr.

Auszug aus dem Gruppenreisetagebuch:

„Dienstag: Stundenlang fahren wir über eine vielfach gewundene Pass-Straße auf 4.000m hinauf, kurz davor – ein Melonenfeld! Sehr eigenartig ist das: Zu sehen, welche Felder in dieser Höhe möglich sind, welch vielfältige Vegetation da existiert. Ein grandioser Rundblick oben, dann endlose Schleifen bis ins nächste Tal und Ziel: Lambrama, etwa 1.000 Einwohner. Aus der Tür der Baptistenge- meinde, einem kleinen Lehmhaus, quellen viele kleine Leute heraus, 18-20 Leute jeglichen Alters. Sie sind extra wegen uns gekommen.

Auch Schwester Timotea, ein winziges Weiblein methusalemischen Alters – sie kann seit Carlos`Gebet für sie vor zwei Jahren wieder laufen, so erzählte sie uns.

Die Geschwister haben Essen vorbereitet für uns – lecker gebratenen Fisch, blaue Kartoffeln und Holluco, eine Kohlart.Wir beten für ihren Missionar und über zwei junge Leute, bevor wir uns verabschieden. Auf die Frage, was sie sich von uns wünschen antworten sie: Schulung und Hilfe zum how-to-do.

Dann Weiterfahrt. In ungezählten Straßenwindungen hinab in die Stadt Abancay zurück zu unserer Unterkunft. Abends dann Essen und Gottesdienst in der Gemeinde dort.

Welch ein Kontrast zur Gemeinde heute Vormittag in Lambrama!Statt der Ketschua-Gesänge dort, singen hier modern gekleidete Geschwister westlich geprägte Anbetungslieder.“

Der letzte Höhepunkt unserer Reise war die Missionskonferenz der Ketschua-Gemeinden aus der Provinz Abancay. In dieser Region begann Adrián Campero vor 28 Jahren mit einer Missionsarbeit, als es hier noch keine Gemeinden gab. Heute stellt das jährliche Missionsfest einen Höhepunkt der Baptisten aus mittlerweile 40 Gemeinden bzw. Missionsstationen in der Region dar. Ein großes Zelt wurde aufgestellt, Holzbänke aus allen umliegenden Missionsstationen hergebracht. Unsere Gruppe fragte sich, woher hier in dieser einsamen Gegend die Teilnehmer kommen sollten? Aber sie kamen: bis zu 1.000 Ketschua, die teilweise mehrstündige beschwerliche Fußwege durch die Berge auf sich nahmen, um beim viertägigen Fest dabei zu sein.

Auf dem Programm standen: biblische Lehre, Wettbewerbe bei Sportspielen und in Bibelkenntnissen, gemeinsames Kochen und Essen und eine Taufe.

Auszug aus dem Gruppenreisetagebuch:

„Samstag: Es geht für die Gruppe wieder los zur Missionskonferenz. Dort kommen wir gegen 9 Uhr an, es scheint noch alles still zu sein, aber wir bemerken erstaunt, dass das große Zelt schon mit Menschen gefüllt ist. Wir freuen uns auf das große Tauffest. Die 65 Täuflinge werden im Zelt namentlich aufgerufen, sie gehen nach vorn zu ihren Pastoren. Dann geht’s draußen los: Jeder Zuschauer sucht sich einen Platz, von dem er gut sehen kann. Das Wasser wurde in den Vortagen in das ehemalige Forellenbecken eingelassen – kaltes Gletscher-Schmelzwasser. Sieben Pastoren, steigen ins Wasser.

Nun klettern nacheinander immer sieben Täuflinge über eine Leiter in das Becken, bis alle 65 getauft sind. Es wird geklatscht und gesungen. Nach der Taufe treffen sich alle wieder im Zelt, dort werden die neuen Geschwister gesegnet.“

Zur Mittagszeit erreicht uns als Gruppe eine besondere Einladung: Extra für uns wird Cuy – Meerschweinchen – gegrillt. Premiere! Wir schauen alle etwas skeptisch, aber neugierig, was uns da serviert wird. Das Fleisch bedeckt den ganzen Teller, darunter befinden sich dicke Bohnen. Wir kosten vorsichtig: Es schmeckt nach Huhn, eigentlich ganz gut.Taufe und Meerschweinchen-Essen: zwei Höhepunkte unserer Peru-Reise an einem Tag!

Auszug aus dem Gruppenreisetagebuch:

„Sonntag: Der wilde Verkehr in Cusco bestätigt, dass wir die „ruhige“ Welt in den Bergen um Curahuasi verlassen haben. Angekommen am Flughafen verabschieden wir uns von den insgesamt fünf Missionaren, die gemeinsam mit Adrian Campero die letzten Tage mit uns gemeinsam verbracht haben und auch von Carlos Waldow– sie werden die kommenden zwei Tage gemeinsam hier in Klausur gehen.“

Ein Teil unseres Herzens bleibt ganz bestimmt bei den Menschen in Peru.

 Martina y Jochen Wendt

Vom 3. bis 5. Mai fand wieder der alljährliche Missionsrat der EBM statt. Nachdem im letzten Jahr mit Herford Deutschland das Gastland war, fand der Missionsrat dieses Jahr in Gandia an der spanischen Mittelmeerküste statt.

Das Motto war diesmal: “Mission-A Global Learning Experience“ was ins Deutsche mit „Mission-Eine Erfahrung globalen lernens“ übersetzt werden kann. Um diesen Gedanken ging es dann im Laufe dieser 3 Tage auch immer wieder, nämlich was wir von unseren Geschwistern in Afrika, Lateinamerika und Indien lernen können und umgekehrt. Denn es ist schon lange nicht mehr so, dass Mission lediglich eine Einbahnstraße von uns Industrieländern hinaus in die Welt ist.

Doch von Beginn an: Am Donnerstag Mittag kam ich im Flughafen von Valencia an und traf mich dort mit den 10 Minuten vorher gelandeten niederländischen Delegierten um Hans Riphagen und Jeltje Blaauw.

Gemeinsam fuhren wir dann nach Gandia, wo es nach dem Check in im Hotel direkt mit der Begrüßung und dem ersten Plenarblock losging.

Wie auf jeder Hauptversammlung so gab es auch auf dieser Konferenz natürlich viele Abstimmungen, Berichte und Wahlen, an denen man als Gast jedoch nicht stimmberechtigt ist und die mal mehr und mal weniger spannend sind.

Unbestrittene Highlights waren die allabendlichen Gottesdienste, die besonders durch die vielen Menschen der unterschiedlichsten Nationen sehr berührend waren. Jeder Gottesdienst stand unter einem anderen Thema und jeden Abend predigte ein unterschiedlicher Pastor. Der erste Gottesdienst stand unter dem Thema: Siritualität“ und wurde von Rev. John Sigudla, dem Präsidenten der Baptist Convention of South Africa gehalten, der die ca. 110 Delegierten und Gäste ermahnte: „Bleib bei Deiner Berufung“.

Das neue ExekutivkomiteeDer zweite Gottesdienst stand unter dem Thema: „Ökologie und Gerechtigkeit“. In ihm stellte Christoph Haus die Frage, wie die Worte der Bergpredigt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Matth. 6, 33) wohl in den Ohren der täglich 10.000 duch Hunger sterbenden Kinder oder der 15.000 indischen Bauern, die aus Verzweiflung über ihre Verschuldung jährlich Selbstmord begehen, klingen mag. Doch er führte aus, dass wir in diesem Zusammenhang die Wörter „... und seine Gerechtigkeit“ oftmals überlesen. Gott möchte nicht, dass diese Ungerechtigkeit herrscht, sondern dass wir einander gerecht werden und ein jeder das bekommt, was er braucht. Indem wir aber Ökologie und Gerechtigkeit vergessen, vergessen wir den Auftrag den Jesus uns gab.

Den Abschlussgottesdienst hielt Daniel Gonzales aus Kuba, der letztes Jahr auch bei uns zu Besuch war und die Predigt hielt. Er predigte zum Thema „Erweckung- Transformation einer Gesellschaft“ und wie der lebendige Glaube auch heute noch Menschen und Gesellschaften verändern und beleben kann.

Spanischer Gospelchor am Abschlussgottesdienst

Der ein oder andere von euch fragt sich sicherlich: Warum fährt man als Gast auf eine internationale Missionsratskonferenz, auf der man kaum jemanden kennt? Ist man da nicht einsam? Im Gegenteil! Es ist faszinierend und bereichernd, sich mit Menschen aus den Ländern Afrikas, Lateinamerika und Indien auszutauschen und voneinander zu lernen und Lösungsansätze für Probleme zu diskutieren. Alleine war man außerdem auch nie, denn es herrscht eine so freundliche und familiäre Atmosphäre, in der jeder willkommen ist. So reiste ich anschließend wieder zurück, jedoch nicht ohne Andrea Wiedner vorher zu versprechen, die Gemeinde und alle die sie kennen, ganz herzlich von ihr zu grüßen, was ich hiermit ausdrücklich tun möchte!

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Bericht beenden soll. Als Bankkaufmann möchte ich ihn mit ein paar Zahlen beschließen: ¾ des Spendenaufkommens der EBM kommen von deutschen Baptistengemeinden, die so die unzähligen Evangelisations- und Missionsprojekte zu einem großen Teil tragen. 2011 brachen die Spenden jedoch ein, sodass die EBM einen Verlust von über 320.000€ erlitt! Sollte dies in diesem Jahr erneut passieren, ist der Fortbestand der EBM und ihrer Arbeit extremst bedroht!

Bitte helft auch ihr mit, dass die EBM weiterhin Missionare aussenden und Evangelisationsprojekte und weitere durchführen kann. Denn auch wir hier in Deutschland profitieren davon: Mission ist ein gegenseitiges Lernen!

Euer Manuel Wendt

P.S. Wenn ihr Fragen habt oder helfen möchtet, so sprecht in der Gemeinde einfach die Mitglieder des AK Weltmission oder auch gerne mich an!