Vom 3. bis 5. Mai fand wieder der alljährliche Missionsrat der EBM statt. Nachdem im letzten Jahr mit Herford Deutschland das Gastland war, fand der Missionsrat dieses Jahr in Gandia an der spanischen Mittelmeerküste statt.

Das Motto war diesmal: “Mission-A Global Learning Experience“ was ins Deutsche mit „Mission-Eine Erfahrung globalen lernens“ übersetzt werden kann. Um diesen Gedanken ging es dann im Laufe dieser 3 Tage auch immer wieder, nämlich was wir von unseren Geschwistern in Afrika, Lateinamerika und Indien lernen können und umgekehrt. Denn es ist schon lange nicht mehr so, dass Mission lediglich eine Einbahnstraße von uns Industrieländern hinaus in die Welt ist.

Doch von Beginn an: Am Donnerstag Mittag kam ich im Flughafen von Valencia an und traf mich dort mit den 10 Minuten vorher gelandeten niederländischen Delegierten um Hans Riphagen und Jeltje Blaauw.

Gemeinsam fuhren wir dann nach Gandia, wo es nach dem Check in im Hotel direkt mit der Begrüßung und dem ersten Plenarblock losging.

Wie auf jeder Hauptversammlung so gab es auch auf dieser Konferenz natürlich viele Abstimmungen, Berichte und Wahlen, an denen man als Gast jedoch nicht stimmberechtigt ist und die mal mehr und mal weniger spannend sind.

Unbestrittene Highlights waren die allabendlichen Gottesdienste, die besonders durch die vielen Menschen der unterschiedlichsten Nationen sehr berührend waren. Jeder Gottesdienst stand unter einem anderen Thema und jeden Abend predigte ein unterschiedlicher Pastor. Der erste Gottesdienst stand unter dem Thema: Siritualität“ und wurde von Rev. John Sigudla, dem Präsidenten der Baptist Convention of South Africa gehalten, der die ca. 110 Delegierten und Gäste ermahnte: „Bleib bei Deiner Berufung“.

Das neue ExekutivkomiteeDer zweite Gottesdienst stand unter dem Thema: „Ökologie und Gerechtigkeit“. In ihm stellte Christoph Haus die Frage, wie die Worte der Bergpredigt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Matth. 6, 33) wohl in den Ohren der täglich 10.000 duch Hunger sterbenden Kinder oder der 15.000 indischen Bauern, die aus Verzweiflung über ihre Verschuldung jährlich Selbstmord begehen, klingen mag. Doch er führte aus, dass wir in diesem Zusammenhang die Wörter „... und seine Gerechtigkeit“ oftmals überlesen. Gott möchte nicht, dass diese Ungerechtigkeit herrscht, sondern dass wir einander gerecht werden und ein jeder das bekommt, was er braucht. Indem wir aber Ökologie und Gerechtigkeit vergessen, vergessen wir den Auftrag den Jesus uns gab.

Den Abschlussgottesdienst hielt Daniel Gonzales aus Kuba, der letztes Jahr auch bei uns zu Besuch war und die Predigt hielt. Er predigte zum Thema „Erweckung- Transformation einer Gesellschaft“ und wie der lebendige Glaube auch heute noch Menschen und Gesellschaften verändern und beleben kann.

Spanischer Gospelchor am Abschlussgottesdienst

Der ein oder andere von euch fragt sich sicherlich: Warum fährt man als Gast auf eine internationale Missionsratskonferenz, auf der man kaum jemanden kennt? Ist man da nicht einsam? Im Gegenteil! Es ist faszinierend und bereichernd, sich mit Menschen aus den Ländern Afrikas, Lateinamerika und Indien auszutauschen und voneinander zu lernen und Lösungsansätze für Probleme zu diskutieren. Alleine war man außerdem auch nie, denn es herrscht eine so freundliche und familiäre Atmosphäre, in der jeder willkommen ist. So reiste ich anschließend wieder zurück, jedoch nicht ohne Andrea Wiedner vorher zu versprechen, die Gemeinde und alle die sie kennen, ganz herzlich von ihr zu grüßen, was ich hiermit ausdrücklich tun möchte!

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Bericht beenden soll. Als Bankkaufmann möchte ich ihn mit ein paar Zahlen beschließen: ¾ des Spendenaufkommens der EBM kommen von deutschen Baptistengemeinden, die so die unzähligen Evangelisations- und Missionsprojekte zu einem großen Teil tragen. 2011 brachen die Spenden jedoch ein, sodass die EBM einen Verlust von über 320.000€ erlitt! Sollte dies in diesem Jahr erneut passieren, ist der Fortbestand der EBM und ihrer Arbeit extremst bedroht!

Bitte helft auch ihr mit, dass die EBM weiterhin Missionare aussenden und Evangelisationsprojekte und weitere durchführen kann. Denn auch wir hier in Deutschland profitieren davon: Mission ist ein gegenseitiges Lernen!

Euer Manuel Wendt

P.S. Wenn ihr Fragen habt oder helfen möchtet, so sprecht in der Gemeinde einfach die Mitglieder des AK Weltmission oder auch gerne mich an!